Umsetzung in den Kooperationsklassen

Unsere Kooperationsklassen setzen sich folgendermaßen zusammen: durchschnittlich 17 bis 20  Grundschüler und maximal 4 Förderschüler der Lindenhofschule lernen ca. 20 Unterrichtsstunden wöchentlich in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst, Musik und Sport zusammen. Der gemeinsame Unterricht findet in der Regel im gemeinsamen Klassenzimmer der Grundschule oder den Fachräumen bzw. der Turnhalle statt. Durch das gemeinsame Schulhaus entstehen dadurch für keinen Schüler lange Wege oder Unterbrechungen im Schulalltag.  Das Klassenlehrerteam, bestehend aus einem Grundschullehrer und einem Förderschullehrer, wird vom weiteren pädagogischen Personal der Grund- und Förderschule unterstützt. Dazu gehören Pädagogischen Unterrichtshilfen (PUs), Schulbegleiter und Integrationsbegleiter.

Der Unterricht, der im Team-Teaching beider Pädagogen erteilt wird, ist ritualisiert und für jeden Schüler durch Nutzung von Piktogrammen transparent. Offene Unterrichtsformen (z. B. Tagesplan- und Wochenplanarbeit, Lerntheken, Werkstätten) haben einen hohen Stellenwert, da nur so das individuelle Anspruchsniveau jedes einzelnen Schülers berücksichtigt werden kann. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht ein gemeinsames Thema, welches jeder mit auf ihn abgestimmten Aufgaben bearbeitet. Außerdem gibt es in allen Klassen feste „Molekülgruppen“. 3 – 4 Schüler, die bewusst leistungsgemischt zusammengesetzt sind, bilden hier über mehrere Wochen ein festes Team. Sie sind füreinander verantwortlich und arbeiten in ritualisierten Unterrichtsphasen (z. B. Partnerlesen) in der Gruppenarbeit zusammen.

Jede Kooperationsklasse unternimmt gemeinsam Exkursionen, Wanderungen, Klassenfahrten, besucht Schulkonzerte und Theateraufführungen und nimmt an Aktionstagen und Projekten teil, die beide Schulen verbindet. Dies sind zum Beispiel gemeinsame Projektwochen, Herbst- oder Osterbrunch, Adventsprojekttage, ein alljährlicher Crosslauf und das „Gesunde Frühstück“.

Das Miteinander steht immer im Fokus. Ob zwischen Junge und Mädchen oder zwischen Grund- und Förderschüler wird Wert auf Normalität im gegenseitigen Umgang miteinander gelegt. Bereits in der 1. Klasse werden demokratische Strukturen in der Klasse eingeführt mit dem regelmäßigen Halten des Klassenrats. Ab dem 2. Halbjahr in der ersten Klasse gibt es in jeder Grundschulklasse zwei Klassensprecher.

Wir verstehen unsere Arbeitsweise als Weg hin zur Inklusion. Unser Weg ist kostenneutral und effektiv, weil lediglich vorhandene Ressourcen genutzt und gebündelt werden.